UNTERHALTSAME LESERBRIEFE
letztes Aktualisierungsdatum: 27.02.2007
- neuester Leserbrief unten angehängt -
Die Riviera Cote d'Azur Zeitung ist eine kleine, aber feine deutschsprachige Zeitung,
die monatlich erscheint. Sie wird von Deutschsprachigen gelesen,
welche an der Cote d'Azur, der Provence, Monaco und Ligurien wohnen oder Urlaub machen.
Etwas aber unterscheidet diese Zeitung von anderen:
Sie hat ein lebendes Maskottchen: Trüffel, ein Minischwein mit literarischer Ader.
Hin und wieder verkündet er seine Ansichten in Form von Leserbriefen.
wir danken der Riviera Côte d'Azur,
im Speziellen Reporterin H.Salinger für das zur Verfügung stellen
der Texte und Bilder so die gute Zusammenarbeit
(bitte Logo anklicken - Sie können die Zeitung auch besuchen)
Wir waren dermaßen begeistert von diesen Leserbriefen,
dass wir Euch diese nicht vorenthalten möchten.
Aber beginnen wir wo alles beginnt am Anfang.
Wie kam diese Zeitung zu einem Lebenden Maskottchen?
Lassen wir die Besitzerin von Trüffel erzählen:
Wie ein Ausflug ins Gartencenter mit Knopfaugen und Steckdosennase endet
Ihre Schwiegermutter hat Sie - wie jedes Jahr - zum Geburtstag mit einem Geldgeschenk überrascht. Von diesem Geld möchten Sie nun eine Steinfigur kaufen, vielleicht einen Engel oder einen Löwen. Es würde Ihren Garten schmücken und Ihre Schwiegermutter könnte anhand von Fotos erkennen, wie sinnvoll Sie ihr Geld anlegen. Also machen Sie sich zusammen mit Ihrem Liebsten auf den Weg in die zahlreichen Poteries und Gartenzentren. Gleich im ersten Laden kommt eine lebensgroße steinerne Gans in die engere Wahl, doch dann fällt Ihr Blick auf einen Käfig. Darin sitzt ein einsames Schwein. Dieses Schwein ist nicht aus Stein. Es ist klein, fast schwarz und grunzt Sie freundlich an. Es lebt! Ein Minischwein. Oh, denken Sie, wie ist es hässlich. Dann aber sehen Sie die aufgestellten Borsten wie bei einem Elefantenbaby, sie blicken in freundliche, zutrauliche Knopfaugen, und dann diese feuchte, schwarze Steckdosennase! Sie schmelzen förmlich dahin.
Natürlich wissen Sie, dass man ein Tier niemals aus einer Laune heraus und auch nicht in einem Gartencenter kaufen sollte. Deshalb lauschen Sie mit Erstaunen Ihrer eigenen Stimme, die da spricht: „Vergiss die Steinfiguren. Ich will das Schwein“. Sie wissen genau, was nun kommt. Ihr Liebster wird Ihnen detailliert die Namen all derer aufzählen, die bereits auf Ihrer Futterliste stehen. Und das sind schon einige. Aber nein, er sagt nichts. Er wendet sich ab und geht davon. Einfach so. Während Sie versuchen, dem Schwein zu erklären, warum das mit Ihnen Beiden nichts werden kann, kommt ihr Liebster mit einem Verkäufer und einem Transportbehälter zurück. Fünf Minuten später befinden Sie sich wieder auf der Heimfahrt und im Kofferraum sitzt ein Schwein. Sie wissen nicht, ob Sie lachen oder weinen sollen, lachen dann aber doch. Spontan beschließen Sie, das Schweinchen „Trüffel“ zu taufen.
Abends, nachdem Sie einen provisorischen Schweinestall gebaut haben, surfen Sie im Internet und beschaffen sich Informationen über Minischweine. Sie erfahren, dass die kleinen Schweine überaus sauber und mindestens so intelligent wie Hunde sind. Nur: die Preise für Minischweine liegen von 250 Euro an aufwärts. Wieso hat Ihr Trüffel samt fast neuwertigem Transportbehälter nur 76 Euro gekostet?
Sie ahnen es schon, denn am nächsten Morgen sitzen Sie und Ihr Schwein im Wartezimmer des Tierarztes. Aus gegebenem Anlass müssen Sie auf eine sofortige Kastration Ihres Trüffels bestehen. Die Kosten dafür sind genau so hoch wie sein Kaufpreis. Sie haben die böse Ahnung, dass die Mitarbeiter des Gartencenters kräftig gefeiert haben, als sie ihn endlich los waren.
Einen Monat später. Sie sagen: „Trüffelchen, komm“ und Trüffel kommt und trabt hinter Ihnen her. Abends, beim Fernsehen, liegt er neben Ihnen auf dem Sofa. Er riecht angenehm nach frischem Heu. Tagsüber spielt er mit Ihrem Hund und auch mit der Katze kommt er klar. Sie haben ihm ein Laufgeschirr gekauft und wenn Sie mit dem Hund Gassi gehen, ist er natürlich auch dabei. Ihre Schwiegermutter hat gesagt, dass sie Schweine über alles liebt und Steinfiguren doof findet..
Hat sich doch gelohnt, der Ausflug ins Gartencenter, oder?
H. Salinger
Wie das so ist, hat der kleine Trüffel dann auch einen Gefährten bekommen,
was er davon hält,
bekundet er in einem Brief an die Riviera Cote d’Azur Zeitung.
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Von Volkszählern und anderen Lebewesen |
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Es gibt Geigerzähler, Korinthenzähler und es gibt Volkszähler. So einer war neulich bei uns zu Besuch. Angekündigt wurde er in einem Schreiben der Mairie mit der Bitte, ihn freundlich zu empfangen und ihm zu gestatten, uns zu zählen. Machen wir doch glatt! In Frankreich findet mal wieder eine Volkszählung statt. Bei der letzten im Jahr 1999 wurde festgestellt, dass um die 60,2 Millionen Menschen, darunter 4 Millionen Ausländer, auf 543.965 Quadratkilometern leben, im Schnitt 111 Personen auf einem Quadratkilometer. Die Zuwachsrate lag bei 0,42%. Die Gesamtfläche dürfte gleich geblieben sein, da zwischenzeitlich weder Belgien noch die Schweiz eingemeindet wurden. Jede Frau hatte damals 1,89 Kinder. Seit dem 15. Januar 2004 sind nun wieder rund 18.000 Beamte unterwegs, um den soziologisch repräsentativen Charakter der Gemeinden zu ermitteln: wie viele Personen leben auf wie vielen Quadratmetern, wie alt sind sie, wie viele Bäder haben sie? Wirklich wichtige Fragen, z.B. wie schützen Sie Ihr Schwein? oder: wo wachsen die dicksten Möhrchen? werden nicht gestellt. Auch nicht nach dem Weinverbrauch pro Kopf. Allein die Aussage unseres Nachbarn Michel hätte da die gesamte Statistik ad absurdum geführt. Innerhalb von fünf Jahren werden insgesamt 40 Millionen Menschen befragt, die Kosten dafür betragen jährlich 30 Mio. Euro. Eines Tages also stand der Volkszähler vor unserer Tür. Wir kannten ihn schon, einen freundlichen Menschen mit wachsamen Blick. Meistens steht er an der einzigen Kreuzung in unserem kleinen Dorf, sorgt für Recht und Ordnung und sammelt Strafzettel. Derzeit waltet er als Volkszähler seines Amtes. Gerade hatte er umständlich durchgezählt und zwei Personen und ein Bad ermittelt, als sein Blick auf mich fiel. „Da haben Sie aber einen schönen Sonntagsbraten“ sagte er. Wie? Wer? Was? Sonntagsbraten?! „Na, der da. Der kleine Dicke! Sagen Sie mir Bescheid, wenn er angerichtet ist, ha ha“. |
Unser aller Augen verengten sich zu schmalen Schlitzen, nur der Ziegenbock jubelte in seinem feigen Versteck. Mit dieser Bemerkung hatte der Mann sich so was von disqualifiziert. Wir ließen es ihn spüren, und er fragte verunsichert: „Warum halten Sie dann den Dicken da, wenn sie ihn nicht verspeisen wollen?“ Weil sie mich lieb haben!
„Ich mag Schweine auch, hauptsächlich wenn sie eine Tomate im Rüssel haben, ha ha! Trotzdem, passen Sie gut auf ihn auf! In letzter Zeit haben sich die Diebstähle von Haustieren gehäuft“. Stimmt. Die Gans von Mallet’s war plötzlich verschwunden, ebenso Dupont‘s Schaf und alle vier Hühner von Josette. Was, wenn er seine Schweigepflicht verletzt und überall rum posaunt, dass bei den Deutschen ein Schweinchen wohnt? Oder gar Tipps gibt? Kommt dann nachts einer und klaut mich? Wo ist er dann, das Auge des Gesetzes, Beschützer der Menschheit, Volks- und Strafzettelzähler in einer Person? Wahrscheinlich liegt er in seinem Körbchen, erschöpft von der Zählerei. Und warum verschwieg Frauchen an dieser Stelle unseren bekloppten Ziegenbock? Vielleicht hätte den ja einer geklaut! Dann wäre ich ihn endlich los. Statt dessen prahlte sie von Alarmanlagen, bissigen Wachhunden und ausgeklügelten Überwachungssystemen. Wusste gar nicht, dass wir so was haben. „Dann kann ja nichts passieren“ meinte der Beamte. „Und falls Sie es sich mit dem Dicken da doch noch mal überlegen: Sie wissen ja, wo Sie mich finden, ha ha“. Vergiss‘ es! |
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Liebe Frau Hall, hätten Sie gerne einen Ziegenbock? Ich auch nicht! Wir haben aber einen, leider (siehe Foto). Als er zu uns kam, war er genau einen Tag alt und gab den „sterbenden Schwan“. Nicht mal seine eigene Mami wollte ihn haben. Ist ja verständlich, bei der Visage. Jedenfalls wurde hier ein Riesen-Gesülze um ihn gemacht. Jede Stunde ein Fläschchen und jedes Gramm, das er zugenommen hatte, wurde bejubelt. Ekelhaft! Das sollte mir auch mal passieren. Höhepunkt der Glückseligkeit war, wenn er nach jedem Fläschchen - buuurrgh - ein Bäuerchen machte. Ich kann auch wunderbare Bäuerchen machen, aber dann heißt es nur, „das Schwein hat schon wieder gerülpst“. Jetzt ist mic-mic, so sein Name, aus dem Gröbsten raus und macht den Molli. Ständig ist er am Meckern. Ich habe läuten hören, dass er bei mir im Gehege wohnen soll. Nur über meine Leiche. Spielen soll ich mit dem! Das einzige Spiel, was der kennt, ist „Schweinchen jagen“! Liebste Frau Hall, wollen Sie nicht doch einen Ziegenbock? Sie hätten dann ein klasse Geburtstagsgeschenk für jemanden, den Sie nicht leiden können. Oder mögen Sie vielleicht einen leckeren „Ziegenbraten in Rotweinsauce ohne Trüffel mit Cognacsahne? Wenn ja, melden Sie sich bitte unauffällig bei mir. |
Herzlichst, Ihr lieber Trüffel*Erinnern Sie sich? Trüffel ist das Minischwein von RCZ-Mitarbeiterin Hannelore Salinger und eroberte in der Januarausgabe die Herzen der Redaktion und zahlreicher Leser. |
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Vom Trüffel, der Ziege und dem netten Günther...
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Jetzt schaut er wahrscheinlich schon gar nicht mehr zu, sondern kugelt tränenblind und wiehernd vor Lachen unterm Tisch. „8 Zähne“ sagt Ihre Stimme“. „Sind Sie ganz sicher?“, fragt der hinterhältige Günther. Nein, natürlich nicht. „Vielleicht lieber doch Antwort A. Oder D? Oder doch A?“ Der fiese Günther ignoriert Ihren flehenden Blick. „Sie sagen jetzt sofort irgend was! Wenn es richtig ist, sind Ihnen die 16.000 sicher und Sie haben die Chance auf eine Million. Ist es falsch, fallen Sie zurück auf alberne 500 Euro und gehen nach Hause. Oder Sie steigen freiwillig aus, dann kriegen Sie immerhin 8.000 Euro“. Aussteigen kommt gar nicht in Frage, jetzt, wo Ihre Pupillen schon die Form vom Eurozeichen haben. „Und jetzt sagen Sie endlich was!“ Sie sagen was und es folgt die längste Werbepause der Welt. Ihre Antwort ist falsch. Sie sind der Depp der Nation. Gebrochen und mit lumpigen 500 Euro schleichen Sie davon und beten, dass der Chef einen Stromausfall hatte. In der letzten Werbepause haben Sie sich schon ausgemalt, wie nonchanant Sie ihm gleich Morgen früh den Krempel vor die Füße werfen und wie verzweifelt er dann aufheult.
Merken Sie jetzt, wie nützlich
Ziegen sind? Sie sind auch wunderbare Weihnachtsgeschenke. Stellen Sie sich
nur das strahlende Gesicht des Beschenkten vor, auf dessen Gabentisch eine
Ziege sitzt. Ich hätte da übrigens eine im Angebot, für schlappe 499 Euro
...... Frohe Weihnachten wünscht Euer lieber Trüffel |
Hat man da noch Worte? Da ist ein Minischwein mit literarischer Ader - ein von millionenfacher Leserfangemeinde umjubeltes Familienmitglied - WIR daheim sind nur ein nicht gebildeter, literarisch völlig danebenliegender Banausenhaufen! Von wegen Schönheitsschlaf den ganzen Tag! Ab heute steht Tolstoi, Goethe und Schiller am Tagesprogramm - wir bekommen von unserer Mama ein Abo für die internationale Online-Bibliothek! Wäre doch gelacht wenn da nicht was zu machen ist.
WIR WOLLEN AUCH MIT UNSEREN GESCHICHTEN AUF EINE INTERNETSEITE !
und die Forschungsstation erhält ein Mail mit dem Text:
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Liebe Forschungsstation Wir haben von Euch die tolle Nachricht erhalten, dass Ihr unseren Leserbrief an den Trüffel ins Internet bringen werdet ..... ganz ganz lieben Dank! Vor allen Dingen fanden wir es sehr nett von Ihnen dass sie uns als ,belesene' und niedliche Leserbriefschreiberlinge bezeichnet haben - diese Worte haben unsere Moral wieder aus dem tiefen Loch geholt... Natürlich konnten wir es nicht lassen, dem Trüffel gleich gestern Abend noch per E-Mail ganz dick aufs Brot zu schmieren, dass an seinem Stuhl der Popularität ganz massiv gesägt wird! |
Wir haben ihm folgendes geschrieben:
Lieber Trüffel, ätsch, ätsch, ätsch ..... wir haben's geschafft - man will auch UNS auf einer Internetseite! Die liebe Forschungsstation hat uns sogar als BELESENE UND NIEDLICHE LESERBRIEFSCHREIBLINGE bezeichnet ! Gib Dir Mühe ! - wir sägen an Deinem Stuhl ... Deine 4-beinigen Freunde
Swany, Vincent und Kito |
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Wie wir den Trüffel kennen, wird er dies nicht so sang- und klanglos auf sich sitzen lassen. Wir werden sie über den Ausgangauf dem Laufenden halten. |
Und hier ist er also, der „Leser“-Brief von Swany, Vincent & Kito
welcher an H.Salinger gesendet wurde:
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Liebe Hannelore
Hat man da noch Worte?DU hast ein Minischwein mit literarischer Ader - ein von millionenfacher Leserfangemeinde umjubeltes Familienmitglied. WIR daheim sind nur ein nicht gebildeter, literarisch völlig danebenliegender Banausenhaufen! Von wegen Schönheitsschlaf den ganzen Tag! Ab heute steht Tolstoi, Goethe und Schiller am Tagesprogramm - wir bekommen von unserer Mama ein Abo für die internationale Online-Bibliothek! Wär’ doch gelacht wenn da nicht was zu machen ist ...
WIR WOLLEN AUCH MIT UNSEREN GESCHICHTEN AUF EINE INTERNETSEITE!
Liebe schmatzige Küsschen... Swany, Vincent und Kito
PS : Vincent hat aus lauter Gram schon mal angefangen im Bad Vladimir Nabokov's Lolita zu lesen ...
ist aber auf vor lauter Anstrengung, und um die Augen vom vielen Lesen ein bisschen zu schonen, eingeschlafen |
(wohlgemerkt aber im Bücherregal !)
und Kito glaubt immer noch, dass ihm alles im Schlaf durch Telepathie zufliegt ...
und die Swany ... ist ein Fall für sich ... sie ist und bleibt unser kleines, geliebtes Betthäschen - no comment!
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Na hallo Forschungsstation aber auch - was habe ich hören müssen? Zwei alberne Katzen und eine unqualifizierte Töle wollen mich, den zukünftigen Nobelpreisträger in Literatur, in die Pfanne hauen?!? Nur zu, Banausen! Hier schon wieder eines meiner sensiblen und dennoch ausdrucksstarken Frühwerke. Euer lieber Trüffel |
Und demzufolge der Leserbrief von Trüffel natürlich:
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Menschen verändern sich im Laufe
der Zeit. Eine Studie hat ergeben, dass die französische Konfektionsgröße 40
heutzutage der Größe 36 entspricht. Um die seit dreißig Jahren unveränderten
Größen der Prêt-à-porter-Mode zu aktualisieren, werden in den nächsten
Monaten die Maße von rund fünfzehntausend Menschen mit Hilfe eines so
genannten Body-Scanners ermittelt. Es hat sich jetzt schon herausgestellt,
dass der französische Mann heute im Schnitt rund sechs Zentimeter größer ist
als vor vierzig Jahren. Patrick Robinet vom Institut für Textil und
Bekleidung führt dies auf einen veränderten Lebensstil und verbesserte
Ernährung zurück.
Wenn früher Gäste zu uns kamen, riefen sie immer „ach wie süüüüßß, ein Minischweinchen“. Später dann, so vor einem Monat, sagten sie nur noch „ein Schwein, ein Schwein“. Neulich fragten sie, was das da wohl für eine Tonne sei im Gehege vom Trüffel. Frauchen sagte dann schamrot, die Tonne ist der Trüffel. |
Ich persönlich fand das
gemein. Bin ich nun weniger liebenswert, nur wegen der paar Kilos mehr? Sind
schlanke Schweine die besseren Schweine? Nein! Wie sagte doch schon Julius
Cäsar so richtig: „Lasst dicke Schweine um mich sein“, oder so ähnlich.
(Nachzulesen in Shakespeare‘s „Cäsar“, erster Akt, zweite Szene). Stellen
Sie sich vor, der Bulle von Tölz hätte sich alle seine schönen Pfunde
abgehungert. Was hätte er davon? Nichts. Ein Niemand wäre er, ein blasses,
dünnes, winddurchlässiges Bürschlein. Seine Filmrolle würde sofort neu
besetzt werden. Oder Günther Strack. Haben wir nicht jedes Pfund an ihm
geliebt? Denken Sie an Churchill, den Sonnenkönig und Marlon Brando. Alle
nicht die Dünnsten, aber jeder auf seine Art grandios. Wie hätte der
Genussmensch Depardieu jemals den Obelix spielen können, wenn er schlanker
wäre als er ist? Überhaupt nicht. Denken Sie an Flipper, zwar stromlinien-,
aber ansonsten recht unförmig, an Balu, den Bären aus dem Dschungelbuch und
wie wundervoll er tanzen konnte. Die Liste der charmanten, intelligenten,
erfolgreichen, allseits beliebten korpulenten Sympathieträger ist lang.
Völlig ungerecht, wenn man bedenkt,
dass andere Schweine regelrecht gemästet werden, nur damit sie so aussehen
wie ich. Andererseits, diese Schweine merken noch früh genug, wohin das
führt..... Euer lieber Trüffel |
Schwein Trüffel hat sich natürlich wieder mal gemeldet
und hat sich in einem neuen Zeitungsbeitrag zur Bundestagswahl geäußert…:
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Loblied an die Stille
Sonntag Abend nach dem Krimi. Mir stehen noch immer sämtliche Borsten zu Berge. Was gibt es doch für böse Menschen! Anschließend schauen wir rein in eine politische Talkshow. Die Moderatorin stellt den Zuschauern zuerst das heutige Thema, die Bundestagswahl, und dann ihre Gäste vor. Die lächeln freundlich und nicken kompetent. Der erste Redner hat es leicht, sein Statement wird höchstens von heftigem Kopfschütteln oder hämischem Gekicher begleitet. Aber dann wird es unruhig in der Runde. Jetzt ist die einzige Frau an der Reihe. „Ich sage Ihnen .....„ Zwischenruf: „Sagen Sie lieber nichts!“ „Lassen Sie mich gefälligst ausreden“ faucht sie. „Ich habe Sie eben auch nicht unterbrochen. Also, ich sage Ihnen...“ “Und ob Sie mich unterbrochen haben. Ständig machen Sie das!“ „Zwischenquatscher!“ Nun wird die Moderatorin aber unwirsch. „Sie lassen Frau X jetzt aber ausreden!“ „Genau!“ sagt Frau X. „Also, ich sage Ihnen ......“ und verliert den Faden. Der Kandidat der Gegenpartei nutzt diese Chance und plappert sofort los. Die Runde kocht. „Ihre Partei wird ....!“ „Ihre Partei hat schon...!“ „Ihre ist die Allerschlimmste!“ „Ich bitte Sie, meine Herren“ ruft die Moderatorin. „Jetzt hat Frau X. das Wort“. Bevor Frau X. Luft holen kann, reden zwei Herren in Nadelstreifen gleichzeitig los, jeder bemüht, den anderen zu übertönen. |
Alle anderen haben schon mal prophylaktisch die Schnäuzchen geöffnet, um im Falle einer gegnerischen Atempause keinesfalls Zeit zu verlieren. Es ist so weit, beide Herren geben, dem Erstickungstod nahe, auf. Jetzt brodelt der Saal, die Stimmung ist auf dem Siedepunkt. „Ich sage Ihnen...“ „... sowieso keine Ahnung!“ „Demagoge!“ „Wählertäuscher!“ „Ruuheee!!“ schreit die Moderatorin, dann ist die Sendezeit zu Ende und wir wissen erst recht nicht, wen wir am Sonntag wählen sollen. Kreidebleich sitzen wir auf dem Sofa, völlig runter mit den Nerven. Wie war doch der Krimi eben so harmonisch, nicht halb so dramatisch wie diese Politrunde. Wahrscheinlich musste die Frau aus dem Krimi nur sterben, weil sie zu viel geredet hat. Erschöpft schleiche ich in mein Gehege. Es duftet nach Rosmarin und Thymian. Wie wunderbar still und friedlich ist es hier unter dem provencalen Sternenhimmel. Und wir haben den ganzen Abend vor der Glotze gesessen und uns aufgeregt. „Meck meck“, sagt da ein zartes Ziegenstimmchen. Die hat mir gerade noch gefehlt. „Meck meck meck! Wo hast Du Dich rumgetrieben, altes Ferkel?“ Natürlich lasse ich sie ausmeckern, ich bin ja höflich. Ich haue ihr nur meinen Rüssel um die Ohren. Ratsch bumm. Und da ist sie wieder, diese herrliche, friedvolle Stille.
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Na hallo Forschungsstation aber auch - was habe ich hören müssen? Zwei alberne Katzen und eine unqualifizierte Töle wollen mich, den zukünftigen Nobelpreisträger in Literatur, in die Pfanne hauen?!? Nur zu, Banausen! Hier schon wieder eines meiner sensiblen und dennoch ausdrucksstarken Frühwerke. |
erhält die Forschungsstation am 2.02.06 folgende Gegendarstellung:
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GEGENDARSTELLUNG ZUR AUSSAGE VON TRÜFFEL BETREFFEND "ALBERNE KATZEN UND UNQUALIFIZIERTE TÖLE" Solche unüberdachten Ausdrücke von dem angeblich „lieben“ Trüffel zu lesen, welcher sich bereits im Zenit des Nobelpreisträgers in Literatur sieht – was soll man dazu nur sagen? Angriff ist die beste Verteidigung! Aber gegen wen will er sich denn eigentlich verteidigen? Gegen 2 allerliebste Samtpfötchen und ein schnuckeliges Betthäschen? Das heisst doch im Klartext, dass der Trüffel uns als massive Gefahr in der „Schreibenden Zunft“ der Tierwelt sieht – und das ist doch schon was! Und wenn wir schon mal bei der Literatur sind … wann wurde je über ein Schwein geschrieben? Abgesehen vom niedlichen Schweinchen namens Babe (welchem der Trüffel nun wirklich nicht ähnlich sieht!) oder vom Trüffel, welcher sich unsterblich in Rosalie verliebt hat (Buch von Katja Reider). Ja WIR haben diese Bücher über die lieben Schweine gelesen. Und wenn der Trüffel auch mal Bücher über UNS liebe „Samtpfötchen“ und „des Menschen liebste Freunde“ lesen würde, könnte er verstehen, warum alle Welt uns so liebt. Ausserdem wissen wir aus Insiderkreisen, dass zu seiner „Familie“ (ausser seinem speziellen Freund dem Ziegenbock Mic Mic) ebenfalls 6 Hunde, 4 Katzen, 1 Papagei und 2 Esel gehören. Also bitte! Liebe Grüsse an Alle Mitbewohner der Forschungsstation von Swany, Vincent und Kito PS : ... und von wegen “Minischwein” – habt ihr den Trüffel schon mal live erlebt ? Er ist alles andere als ein niedliches Minischwein!!! Wir würden ihn in die Schwergewichtsklasse einordnen!
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UND HIER NACH LANGEM SCHWEIGEN EINE EINSCHMEICHEL-EMAIL MIT FOTO VON TRÜFFEL: Hallo Ihr süßen Mäuseschnuten und Hundileinchens, ich bin's, Euer lieber Trüffel, das mit Abstand charismatischste, charmanteste, klügste, sympathischste, attraktivste, niedlichste, begehrteste, liebenswürdigste, putzigste, witzigste, herzigste, sonnigste, lustigste, genialste, beliebteste, rattenschärfste, bescheidenste Schweinchen in Südfrankreich und der ganzen Welt. Mit schweine-igeligen Grüßen! (anbei das Foto - links unten - von Trüffel)
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UNSERE E-MAIL AN TRÜFFEL MIT FOTO IM ANHANG Trüffel, Du alter Schleimer! Na? Nix mehr mit albernen Katzen und unqualifizierter Töle??? Wurde auch mal langsam Zeit dass Du einsiehst, gewaltig über die Stränge geschlagen zu haben! Wir haben uns das sehr zu Herzen genommen ... wir sind halt nun mal - im Gegensatz zu Dir - sensiiiiiiibel. Und nicht nur wir - jawollll - auch unsere geliebte Mama ist so wie wir ... unsere Familie hat sich nämlich vergrössert ! Noch ein allerliebstes Hundemädchen hat sich dem Kreis der "Schreibenden Zunft" der Tierwelt angeschlossen. Seit 6 Monaten ist die kleine MIA Teil unserer kleinen Tierfamilie ... Vielleicht kommt sie Dich ja mal mit Swany und Frauchen besuchen. Also Trüffel, dann rauchen wir mal die Friedenspfeife ... jeder kann mal ins Fettnäpfchen treten. Allerliebste Schmatzis von Swany, Vincent, Kito und Mia PS : Wenn Du Besuch von Swany und Mia bekommst, nimm Dein kleines niedliches Mäulchen nicht zu voll - Mia ist bereits 8 Jahre alt und kommt aus einem Todeshaus in Rumänien - die verspeisen dort vor lauter Hunger so Möchtegern-Minischweine wie Dich als Vorspeise ...
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Trüffel hat in der April-Ausgabe der RCZ wieder zugeschlagen - 4.04.06.
auf die Mail von Swany, Vincent, Kito geht Trüffel gar nicht ein...
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Neues vom Trüffel das Leben kann so spannend sein... Romeo und Julia, Cäsar und Kleopatra, Liz Taylor und Richard Burton, Gunther und BB, Heinrich VIII und seine sechs Frauen, Charles, Diana und der Rottweiler, Donald und Daisy ... Liebespaare, die in die Geschichte eingingen. Und warum? Weil es bei denen nie langweilig war. Mal flogen die Fetzen, mal trieften die Herzen - und die Welt schaute zu. Bei denen ging die Post ab, nichts ließen sie aus. Ihre Beziehungen waren emotional, romantisch und niemals trivial. Gunther hat Brigitte mit Rosen zugeschüttet, Burton die Taylor mit Diamanten und ohne Liz langweilte er sich noch mehr als mit ihr, weshalb er sie gleich zwei mal vor den Traualtar zerrte. So was hat Stil. Und wenn die Luft raus war, haben sie sich halt getrennt, auf die eine oder andere Weise. Dabei hat es der grobe Heinrich aber ziemlich übertrieben. Zwei ehemalige deutsche Polit-Stars wagten, der eine vier, der andere gar fünf mal, den Gang zum Altar, immer mit anderen Frauen. Toll!! Alle paar Monate Kehraus im Schlafhäuschen! Bei mir wohnt da leider nur die Ziege. Obwohl, eigentlich ist die ganz nett und Gegensätze ziehen sich bekanntlich an. Ich bin eher so der coole, distinguierte Weitblicker und Schnellster im Freßnapfleeren. Sie meckert halt gerne, neigt zur Renitenz und hat außerdem Hörner. Ich überrasche die Ziege gerne damit, dass ich die Tür von unserem Schlafhäuschen zuhalte. Dann kann sie nicht rein und wundert sich. Neugierig nimmt sie Anlauf und versucht, die Tür aufzudrücken. Nach dem zweiten Anlauf rolle ich mich schnell auf die Seite und sie rennt offene Türen ein. Jetzt kriege ich Ärger, Sie wissen ja, die Hörner. |
Deshalb drücke ich die Tür lieber weiter zu und quieke aus Leibeskräften. Schon kommt Frauchen, ruft: „Oh! Die Ziege neckt schon wieder den lieben Trüffel“ und gibt ihr einen Klaps. Das wurmt die Ziege, sie senkt den Kopf, spitzt die Hörner und nimmt die Verfolgung von Frauchen auf. Die beiden drehen ein paar lustige Runden, wobei Frauchens Hinterteil ein gutes Stück vor dem übrigen Körper her rennt. Anschließend vertragen sie sich wieder und die Tür vom Schlafhäuschen ist auch wieder offen. Weil, ich bin ja draußen, um bloß nichts zu verpassen.
Das Leben kann so spannend sein. Man muss nur etwas dafür tun. In diesem Sinne, Euer lieber Trüffel
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schweinischer Rückblick auf das Jahr 2006
Neues vom Trüffel - 19. Februar 2007
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Weihnachten und Sylvester sind vorbei
So richtig schlecht fand ich das vergangene Jahr nicht, aber es hätte besser sein können. Immerhin, ich hab‘s überlebt, was die meisten Schweine nicht von sich behaupten können. Bruno Braunbär leider auch nicht. Global gesehen ist die Luft bleihaltig geworden. Selbst Benedikt der XVI. musste auf seiner Türkei-Reise eine kugelsichere Weste tragen. Dennoch war 2006 streckenweise triumphal für uns Deutsche! Wir sind Papst geworden! Marktl am Inn, unsere Heimat, ist jetzt die Attraktion schlechthin. Wir wären auch glatt Weltmeister, wenn die Italiener auf ihre zwei albernen Tore verzichtet hätten. Oder wenn wir drei geschossen hätten. Hat ihnen aber nichts genutzt. Gewonnen haben wir trotzdem, denn wir wurden die „Weltmeister der Herzen“! Die Welt hat endlich gemerkt, wie gastfreundlich, nett und lustig wir sind. Wir Deutsche - außer Herrn Ackermann, Herrn Hartz, Herrn Schulz, Prinz Foffy und noch ein paar anderen - können endlich wieder stolz auf uns sein. Besonders herzlich geworden ist das Verhältnis zwischen den laut Donald Rumsfeld „letzten beiden Relikten der alten Welt“, nämlich Frankreich und Deutschland. Haben Sie im Fernsehen gesehen, wie Monsieur Chirac und Frau Merkel sich geküsst haben? |
Hemmungslos. Leidenschaftlich. Öffentlich. Rechts schmatz, links schmatz, und das Ganze gleich noch mal, mitten drauf auf die bebenden Backen. Wenn das so weiter geht, sind die Beiden spätestens zu Ostern verlobt. Dann wird sich die Lisbeth aber ärgern und erst recht der George Doppelweh! Er wird uns - und Frankreich gleich mit - sofort ganz oben auf die Liste der Schurkenstaaten setzen. Weil, der war ja bislang selber total scharf auf die Angie. Er hat sie sogar schon zu Hause besucht und wissen Sie, was die dann gemacht haben? Sie haben Spanferkel gegessen. Pfui! Schade, dass Michael Schumacher in Rente gegangen ist. Wie wird er sich langweilen, und wir uns erst. Wer will denn jetzt noch sehen, wie der Alonso ständig im Kreis rum fährt? Ärgerlich auch, dass Ulrich Wickert aus unseren Wohnzimmern ausgezogen ist. Dass er jetzt durch die Provence flippt und ordentlich Rotwein trinkt, wunderbar! Das tun wir alle gern. Aber haben Sie schon mal seinen Nachfolger gesehen? Diesen blassen Buben, der kaum über den Rand von Wickerts großem Schuh schauen kann? Ach, Uli, komm zurück! Am schlimmsten aber ist es, dass es jetzt im Januar keine gefüllten Lebkuchenherzen mehr gibt. In diesem Sinne, Euer lieber Trüffel |
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